Der Laienbruder und sein Ross Lippe

Das Leben, das aus den Büschen kommt

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Donnerstag, September 17

Von der Möhre und heilen Hufen

Ich stand am Zaun der Weide. Weiter hinten, am Wassertrog, stand das Ross, den linken Hinterfuss leicht aufgestellt. Es hatte mich noch nicht gewahrt. So stehen Rösser, wenn sie schlafen. Sie legen sich zwar auch auf die Seite, aber dafür ist ihr Körper nicht gemacht. Sie müssen immer bereit sein zur Flucht, das ist ihre Natur.

Nachdem ich unter dem Querbalken des Weidezauns hindurchgeschlüpft war, ging ich langsam auf das Ross zu. Ich hatte nichts vor und wollte nur schauen, wie es ihm geht. Seit ich nicht mehr über den Dharma grüble, hatte ich ohnehin viel Zeit. Zeit, die übrig war, anders als vorher. Deshalb machte ich mich auf zur Weide, zu dem Einzigen, was hier ausser mir lebte.

Nach ein paar Schritten wurde das Ross meiner gewahr. Der Hinterfuss senkte sich, die Ohren richteten sich auf und es drehte mir den Kopf zu, die Nüstern weitend. Ich rief "Hooooo!" und es erkannte meine Stimme. Man sah, wie es sich löste, und dann trottete es langsam auf mich zu. Ich blieb stehen und rührte mich nicht. Es kam weiter, nun etwas schneller, den Kopf auf und ab wiegend, die Ohren aufrecht. Bei mir angekommen, hielt es den Kopf dicht vor mich und schnaubte. Als ich mich immer noch nicht rührte, bekam ich einen Stoss mit der Nase, während der Kopf nickte. Ich lachte, zog die Möhre aus dem Gewand, brach sie durch und gab sie ihm in kleinen Stücken, die es mit den weichen Lippen vorsichtig aus meiner Hand frass, während ich den Hals klopfte und streichelte.

Nach dieser Begrüssung ging ich von einem Fuss zum anderen, klopfte daran, und das Ross hob ihn hoch. Die Hufe waren gut. Es gab hier nichts zu tun.

Einen Augenblick blieb ich noch stehen, dann drehte ich mich um und ging zum Zaun zurück.